Motivation am Arbeitsplatz

Die Franzosen sind in Europa die am wenigsten motivierten Arbeitnehmer (38%) und diejenigen, die am meisten Respekt (43%) und Anerkennung (52%) vermissen. Wesentlich höhere Motivationskriterien könnten erreicht werden, wenn man die Lohn- & Gehaltsempfänger besser in die Entscheidungsprozesse einbinden und gemeinsam im Team zusammenarbeiten würde. Eine höhere Motivation ermöglicht eine effizientere, vertrauensvollere Zusammenarbeit und Unternehmenszugehörigkeit. Der Manager sollte orientieren, die Entscheidungsgeschwindigkeit festlegen und entscheiden. Das Team dagegen sollte sich mit der Thematik befassen, darüber debattieren und Vorschläge machen. Eine Entscheidungsfindung reicht nicht, sie muss umgesetzt und angewandt werden. Dabei gilt es, die Entscheidungen von allen Beteiligten zu beachten. Verständigung ergibt Kooperation und Koordination ergibt Effizienz.

Weihnachtseinkauf in Frankreich

Das Weihnachtsbudget der Franzosen ist erstmalig seit 2011 wieder im Aufwind. Gemäß der Studie TNS SOFRES für eBay werden die Franzosen für Weihnachten 2015 20 Euro mehr ausgeben als für 2014. Die Ausgaben belaufen sich auf insgesamt 254 Euro für Kinder und Lebenspartner.

Hochschulbildung

Nach Einschätzung von Times Higher Education verliert Frankreich zunehmend im Ranking der weltweit führenden Universitäten. Jedoch auch die Amerikaner erleiden laut der neuen Edition 2015/2016 der weltweit besten Universitäten einen Rückschlag, während die Europäer aufholen. Die USA platzieren 63 Universitäten unter 200. Das sind 11 weniger als im Vorjahr. England folgt mit 34, Deutschland mit 20, die Niederlande mit 12. Frankreich dagegen liegt abgeschlagen mit 5 Nominierungen, darunter unter anderem ENS in Paris, University Pierre-et-Marie-Curie und University de Paris-Sud. Zum ersten Mal in zehn Jahren hat sich ein europäisches Institut unter die zehn besten Universitäten einreihen können: die ETHZ, Ecole Polytechnikum von Zürich.

Begrenzte Arbeitsverträge in Frankreich

Zeitlich begrenzte Arbeitsverträge dürfen im Normalfall die wöchentliche Arbeitszeit von 24 Stunden nicht überschreiten. Das Arbeitsverhältnis muss schriftlich in einem Vertrag zwischen den Sozialpartnern fixiert werden. Vereinbarungen über gleitende Arbeitszeiten sind machbar wie auch die Möglichkeit, Überstunden zu leisten. Diese dürfen jedoch die Gesamtarbeitszeit von max. 35 Stunden/Woche nicht erreichen und in der Regel 1/10 der vereinbarten Arbeitszeit nicht überschreiten. Überstunden werden mit zusätzlichen 10% ab der ersten Stunde und mit 25% ab der dritten Arbeitsstunde vergütet.

Arbeitslosenentwicklung in Frankreich

In ihrem Oktoberbericht beschreibt die INSEE (Nationales Institut für Erhebung von Wirtschaftsparametern) eine für die Gewerkschaften unangenehme Arbeitslosenentwicklung. Der positive Aufwärtstrend der aktiven Bevölkerung wird von den Senioren getragen. Zwischen 2005 und 2014 ist die Zahl der Arbeitstätigen zwischen 50 und 64 Jahren um 1,6 Millionen gestiegen (Differenz zwischen den aktiven über 50-jährigen und den in die Rente gegangenen Senioren). Der prozentuale Anteil dieser berufstätigen Senioren ist somit im gleichen Jahrzehnt von 56,5 % auf 63,1 % gestiegen, bei den 55 bis 64-jährigen zwischen 2010 und 2014 sogar von 39,7 % auf 47 %.

Immobilien

Nach Auskunft der Notarinnung sind die Immobilienpreise in Paris in den letzten drei Monaten wieder gestiegen und erreichen aufs Neue einen Durchschnittspreis von 8.000 Euro pro QM. In den beiden naheliegenden Gürteln um Paris beläuft sich der Durchschnittspreis pro QM auf 5.270 Euro.

Automobil

Der Kauf eines Neufahrzeugs ist in Frankreich zu einem Luxus geworden, der den Senioren vorbehalten ist. Im Hexagon beträgt das Durchschnittsalter von Neuwagenkäufern 55,3 Jahre. Ein Viertel der Käufer ist sogar älter als 66 Jahre, während die unter 25-Jährigen lediglich 3% betragen. Citroën hat die ältesten Käufer, (Durchschnittsalter 60 Jahre), gefolgt von Peugeot (58 Jahre), Mercedes (57 Jahre), Renault (56 Jahre), BMW (52 Jahre) und Audi (51 Jahre).

Industrie

Die französische Industrie verteidigt mit Erfolg ihren dritten Platz im weltweiten Rennen um die bedeutendste Innovativität. Nach einer Studie und Rankierung vom amerikanischen Kabinett Thomson Reuters sind zehn namhafte französische Unternehmen unter den 100 weltweit größten innovativen Unternehmen wie Alcatel-Lucent, Arkema, CNRS, Commissariat à l’energie atomique, Saint-Gobain, IFP Energies nouvelles, Safran, Thales, Valeo und Alstom. Japan behält den ersten Platz, gefolgt von den USA. China, der weltweit grösste Depositär von Patenten, ist jedoch nicht erwähnt, bedingt wohl durch den Umstand, dass lediglich 6% der chinesischen Patente international geschützt werden.

ALSTOM hat einen fabulösen Vertrag über 3 Milliarden Euro und die Lieferung von 800 Lokomotiven in Indien abgeschlossen. Die Konkurrenten Siemens und Bombardier hatten das Nachsehen.

Der französische Präsident spielt den starken Mann

Der französische Präsident, François Hollande, spielt den starken Mann. Nach sofortiger Anordnung des Ausnahmezustands schickte er Bombergeschwader nach Syrien und verlangte nach EU-Beistand. Jedoch er hat sich verkalkuliert. Amerikaner wollen sich nicht zu unbedachten militärischen Aktionen hinreißen lassen. Deutsche zeigen Mitgefühl aber kein militärisches Miteinander. Obama erklärte Solidarität – aber lehnt Bodentruppen ab. Für Deutsche ist erfahrungsgemäß der Terrorismus nicht mit Waffen, sondern mit Verhandlungen zu lösen. Wer Gewalt sät, erntet auch Gewalt. Die Welt ist nachdenklicher geworden.

François Hollande ist der mit Abstand unpopulärste Präsident der 5. Republik. Nach letzten Umfragen liegt seine chronische Unpopularität bei nur noch 22 % der positiven Meinungen. 44% der Franzosen haben „kein Vertrauen“ in den Präsidenten und 43% eine negative Meinung über ihn. Lediglich 3% der Population vertrauen ihm uneingeschränkt und 5% haben ein positives Bild von ihm.

Ohne Terroristenkrieg und Syrienkrise sowie die damit verbundenen Mehrausgaben hätte Frankreich seine in Brüssel angemeldete Budgetvorgabe mit einem Defizit von 3,3% des BIP für 2016 nicht erfüllt. Im günstigsten Fall wird das Ergebnis aus 2015 mit 3,8 % erfüllt werden.