Bildung

Frankreich bekommt seine Maßnahmen für ein effizientes Ausbildungs- und Weiterbildungssystem nicht in den Griff. Jedes Jahr werden astronomische 32 Mrd € hierfür ausgegeben, um die beruflichen Kompetenzen in einer sich schnell verändernden Arbeitswelt anzupassen und zu verbessern. Seit 1990 wurden in mehreren akademischen und parlamentarischen Untersuchungen und Analysen diese Missstände angeprangert, ohne jeglichen Erfolg.

Abwesenheit vom Arbeitsplatz

Im Gegensatz zur allgemeinen Einschätzung bilden die Lehrer und Pädagogen nicht die größte Gemeinschaft der jährlichen Abwesenheiten unter den Beamten.

Zuerst kommen die Polizisten mit 10,2 Arbeitstagen, dann die Beamten des Justizministeriums mit 8,7 Tagen Abwesenheit, des Arbeitsministeriums mit 8,5, das Finanzministeriums mit 8,2 Arbeitstagen und dann erst die Lehrerinnung mit 8 Tagen Abwesenheit.

Englischkenntnisse

Gemäß dem Barometer EF – English Proficiency Index – als Indiz der Kompetenzen in Englisch steht Frankreich hinter Ländern wie Polen, Rumänien, der Dominikanischen Republik, auf dem 37. Platz von 70 Ländern (Spanien 23., Italien 28.). Deutschland befindet sich auf dem 11. Platz nach Österreich, 10. Mit großem Abstand führend sind die skandinavischen Länder, die insgesamt die ersten 10 Plätze belegen, Podium: Schweden vor Dänemark, Norwegen und Finnland.

Französische Wirtschaft

Nach 2014 mit nur 0,2% ist die französische Volkswirtschaft in 2015 um 1,1% gewachsen. Während die Investitionen volkswirtschaftlich stagnierend waren, sind die der Industrie und Unternehmen um 2% gestiegen, die der Haushalte um 1,4% nach 0,6% in 2014.

Luftfahrt

Air France-KLM hat 2015 zum ersten Mal nach 2008 wieder Gewinne erwirtschaftet, insgesamt 118 Mio € nach Steuern. Das Betriebsergebnis belief sich auf + 816 Mio € gegenüber einem Verlust von 129 Mio € im Jahr 2014. Trotz der Attentate vom 13.11.2015, welches die Fluggesellschaften einen Umsatzverlust von geschätzten 50 Mio € erbrachte, ist das Geschäftsjahr über den Erwartungen der Analysten positiv verlaufen.  Bei einem jährlichen Umsatz von über 26 Mrd € betragen die Verbindlichkeiten 4 Mrd €.

Automobil

PSA Peugeot Citroën hat sein Sanierungsprogramm mit zweijährigem Vorsprung erfüllt. Bereits 2015 wurden 995.000 Fahrzeuge in Frankreich produziert. Dies sind 2,5% mehr als im Vorjahr. Damit bleibt das Unternehmen der erste Automobilfabrikant in Frankreich vor Renault, das 660.000 produziert hat.

Finanzen

Das Sparbuch hat bei den französischen Konsumenten an Wertschätzung und Sparvolumen seine Vorrangstellung eingebüßt. In den ersten zehn Monaten 2015 wurden insgesamt über 10 Mrd. Euro abgehoben. Ein Grund mag sein, dass die Verzinsung von 1% auf 0,75% gesunken ist und der Verbraucher andere Anlagequellen wie Lebensversicherungen bevorzugte, die mit 2% Zinsen und mehr pro Jahr vergütet werden.

Ende Oktober 2015 betrug das Sparvolumen insgesamt 354 Mrd. Euro, das von den Zentralkassen verwaltet wird und vor allem der Finanzierung von Sozialwohnungen dient.

Energie

AREVA ist ein Musterbeispiel für das Versagen des Staates als Aktionär. Noch vor 30 Jahren die industrielle Perle der gesamten französischen Wirtschaft, ist AREVA (früher FRAMATOME) heute ein finanziell schwerwiegender Sanierungsfall, ein industrielles und finanzielles Fiasko für den Steuerzahler geworden. Eine erste Rekapitalisierung des Herstellers von Nuklearzentralen von über 5 Mrd Euro hat bereits stattgefunden, ein bescheidenes Minimum, um die Kosten der Restrukturierung der Aktivitäten und der weltweiten Schadensersatzforderungen von Kunden zu bedienen. Man könnte meinen, dass der französische Staat und seine Verantwortlichen sich immer noch nicht bewusst sind, dass man das Managen von Unternehmen den Managern überlassen sollte, aus zwangsgetriebenen Sanierungszwängen mit Milliardengräbern von Crédit Lyonnais, Dexia, Air France oder der Post hat man anscheinend noch nichts gelernt.

Pariser Metrosystem

Paris und sein Einzugsgebiet erhalten eine neue Metro. Ein Investitionsprogramm ist jetzt genehmigt worden, welches vorzieht, dass die zukünftige Metro zusätzlich 200 km gewinnen wird und 68 Bahnhöfe eingerichtet werden.

Arbeitslosigkeit

Seit Jahresbeginn ist die französische politische Welt nicht wie in Deutschland von der Flüchtlingskrise und Migrationsproblemen geprägt, sondern von den dringend notwendig auszuführenden Reformen politischer, wirtschaftlicher (arbeitsrechtlicher), wie sozialer Natur, um das Land international auf Vordermann zu bringen. Zwar finden die nächsten Präsidentschaftswahlen erst im Mai 2017 statt, jedoch wird jetzt bereits begonnen, Analysen und Vergleiche zwischen dem vorgehenden Präsidenten, Nicolas Sarkozy und dem jetzigen, François Hollande, vorzunehmen.

Die Bilanz ist für François Hollande katastrophal, noch negativer als die vom Vorgänger, der hierfür unter anderem abgewählt wurde.

Seit seiner Wahl im Mai 2012 sind monatlich 16.351 Menschen arbeitslos geworden, monatlich 3.000 mehr als unter Sarkozy (+13.455 monatlich). Vor allem die Langzeitarbeitslosen (über 1 Jahr) sind hiervon betroffen, insgesamt bis Ende 2015 782.500 und somit 254.700 über 50-Jährige mehr als beim Vorgänger.

Die Medien beschreiben die Opfer der Hollande’ischen Wirtschaftspolitik als die „Generation der Arbeitslosen“.