Französische Wirtschaft

Nach 2014 mit nur 0,2% ist die französische Volkswirtschaft in 2015 um 1,1% gewachsen. Während die Investitionen volkswirtschaftlich stagnierend waren, sind die der Industrie und Unternehmen um 2% gestiegen, die der Haushalte um 1,4% nach 0,6% in 2014.

Luftfahrt

Air France-KLM hat 2015 zum ersten Mal nach 2008 wieder Gewinne erwirtschaftet, insgesamt 118 Mio € nach Steuern. Das Betriebsergebnis belief sich auf + 816 Mio € gegenüber einem Verlust von 129 Mio € im Jahr 2014. Trotz der Attentate vom 13.11.2015, welches die Fluggesellschaften einen Umsatzverlust von geschätzten 50 Mio € erbrachte, ist das Geschäftsjahr über den Erwartungen der Analysten positiv verlaufen.  Bei einem jährlichen Umsatz von über 26 Mrd € betragen die Verbindlichkeiten 4 Mrd €.

Automobil

PSA Peugeot Citroën hat sein Sanierungsprogramm mit zweijährigem Vorsprung erfüllt. Bereits 2015 wurden 995.000 Fahrzeuge in Frankreich produziert. Dies sind 2,5% mehr als im Vorjahr. Damit bleibt das Unternehmen der erste Automobilfabrikant in Frankreich vor Renault, das 660.000 produziert hat.

Finanzen

Das Sparbuch hat bei den französischen Konsumenten an Wertschätzung und Sparvolumen seine Vorrangstellung eingebüßt. In den ersten zehn Monaten 2015 wurden insgesamt über 10 Mrd. Euro abgehoben. Ein Grund mag sein, dass die Verzinsung von 1% auf 0,75% gesunken ist und der Verbraucher andere Anlagequellen wie Lebensversicherungen bevorzugte, die mit 2% Zinsen und mehr pro Jahr vergütet werden.

Ende Oktober 2015 betrug das Sparvolumen insgesamt 354 Mrd. Euro, das von den Zentralkassen verwaltet wird und vor allem der Finanzierung von Sozialwohnungen dient.

Energie

AREVA ist ein Musterbeispiel für das Versagen des Staates als Aktionär. Noch vor 30 Jahren die industrielle Perle der gesamten französischen Wirtschaft, ist AREVA (früher FRAMATOME) heute ein finanziell schwerwiegender Sanierungsfall, ein industrielles und finanzielles Fiasko für den Steuerzahler geworden. Eine erste Rekapitalisierung des Herstellers von Nuklearzentralen von über 5 Mrd Euro hat bereits stattgefunden, ein bescheidenes Minimum, um die Kosten der Restrukturierung der Aktivitäten und der weltweiten Schadensersatzforderungen von Kunden zu bedienen. Man könnte meinen, dass der französische Staat und seine Verantwortlichen sich immer noch nicht bewusst sind, dass man das Managen von Unternehmen den Managern überlassen sollte, aus zwangsgetriebenen Sanierungszwängen mit Milliardengräbern von Crédit Lyonnais, Dexia, Air France oder der Post hat man anscheinend noch nichts gelernt.

Pariser Metrosystem

Paris und sein Einzugsgebiet erhalten eine neue Metro. Ein Investitionsprogramm ist jetzt genehmigt worden, welches vorzieht, dass die zukünftige Metro zusätzlich 200 km gewinnen wird und 68 Bahnhöfe eingerichtet werden.

Steuern

Frankreich ist und bleibt Champion der Steuererhebungen und Sozialabgaben.

Unter allen Industrieländern ist Frankreich das zweithöchste Land mit 45,2% des BIP nach Dänemark mit 50,9%. Der Durchschnittsatz der steuerlichen Erhebungen der Industrieländer beträgt 34,4%.

Immobilien

Frankreich hat wieder erfolgreich einen Teil seines Immobilienvermögens verkaufen können. Im Jahr 2015 sind für den Verkauf von Schlössern, Kasernen, Palästen, etc.  insgesamt über 500 Mio. Euro in die Staatskassen geflossen.

Arbeitslosigkeit

Frankreich hat im dritten Trimester die höchste Arbeitslosenquote seit 1997 erreicht: 10,2 % der aktiven Bevölkerung befindet sich ohne Arbeit. Vor allem die Jugendlichen sind hiervon am meisten betroffen. Während sich bei den Frauen eine leichte Verbesserung eingestellt hat: 9,7% (- 0,1% zum Vorjahr) gegenüber insgesamt 10,8% für die Männer (+ 0,6% seit Vorjahr).

Pariser Attentate

Die Attentate in Paris und Saint-Denis vom 13.11. haben für die weihnachtlichen Verhaltensweisen der Konsumenten noch weitreichend verheerende Auswirkungen. Noch am Wochenende des 3. Advents sind die Umsätze im allgemeinen zwischen 30 und 50%  gesunken, in den großen Kaufhäusern wie „Le Printemps“ oder „Galeries Lafayettes“ um über 35 % gegenüber dem Vorjahr. Die Boutiquen der großen Avenues und Boulevards sind entfremdend leer. Paris ist nach New York die zweitgrößte Stadt der Welt für Luxusartikel. Darüber hinaus bleiben die ansonsten so kauflustigen Touristen wie Amerikaner, vor allem aber Chinesen der französischen Hauptstadt Paris fern.

Die Fluggesellschaften Air France und KLM haben seit den Attentaten über 50 Mio. Euro verloren. Stornierungen von Flügen, Abbuchungen und Umbuchungen im Cargo-Bereich  sind noch zusätzlich entstanden.

Insgesamt könnten laut Aussage der Justizministerin Christiane TAUBIRA die Entschädigungen für die Opfer der Attentate an die 300 Mio. Euro kosten.