Der französische Präsident spielt den starken Mann

Der französische Präsident, François Hollande, spielt den starken Mann. Nach sofortiger Anordnung des Ausnahmezustands schickte er Bombergeschwader nach Syrien und verlangte nach EU-Beistand. Jedoch er hat sich verkalkuliert. Amerikaner wollen sich nicht zu unbedachten militärischen Aktionen hinreißen lassen. Deutsche zeigen Mitgefühl aber kein militärisches Miteinander. Obama erklärte Solidarität – aber lehnt Bodentruppen ab. Für Deutsche ist erfahrungsgemäß der Terrorismus nicht mit Waffen, sondern mit Verhandlungen zu lösen. Wer Gewalt sät, erntet auch Gewalt. Die Welt ist nachdenklicher geworden.

François Hollande ist der mit Abstand unpopulärste Präsident der 5. Republik. Nach letzten Umfragen liegt seine chronische Unpopularität bei nur noch 22 % der positiven Meinungen. 44% der Franzosen haben „kein Vertrauen“ in den Präsidenten und 43% eine negative Meinung über ihn. Lediglich 3% der Population vertrauen ihm uneingeschränkt und 5% haben ein positives Bild von ihm.

Ohne Terroristenkrieg und Syrienkrise sowie die damit verbundenen Mehrausgaben hätte Frankreich seine in Brüssel angemeldete Budgetvorgabe mit einem Defizit von 3,3% des BIP für 2016 nicht erfüllt. Im günstigsten Fall wird das Ergebnis aus 2015 mit 3,8 % erfüllt werden.