Frankreich wartet auf seine nächste Revolution

Die seit 4 Jahrzehnten erodierende Wirtschaftskraft wie auch die verlorene Identität der Stärken soll wiedererlangt werden angesichts der Globalisierung, der demographischen Veralterung, der Wettbewerbsfähigkeit emergierender Länder, der Massenarbeitslosigkeit, der Revolution der technologischen Informatik und der Destabilisierung der Mittelklassen. Jeder weiß, dass die „Grande Nation“ zu reformieren ist, keiner will die Probleme tatsächlich anpacken. Man wartet auf die intellektuelle wie moralische Revolution. Damit muss das Hexagon im 21. Jahrhundert neu erfunden werden. Frankreich ist weder ein Volk noch eine Geographie, sondern eine Geschichte und eine Zivilisation mit Pfeilern wie die Einheit, die Souveränität, die französische Sprache und die universelle Ausrichtung. Unser Nachbar hat die politische Freiheit wie auch die Menschenrechte entwickelt.

In 2014 sind die Asylanfragen der orientalischen Migranten in Deutschland um 60 % sowie in Schweden um 50% gestiegen, jedoch um 5% in Frankreich gefallen. Warum?

Eine französische Analyse hat ergeben, dass die gewünschten Zielländer diejenigen sind, die eine niedrige Arbeitslosenrate haben: 3,1% in der Schweiz, 4,7% in Deutschland, 4,3% in Dänemark bzw. alternativ, eine hohe wirtschaftliche Wachstumsrate erwirtschaften: 2,8% in Schweden. Die Migranten wissen, welches die dynamischen Volkswirtschaften sind und welche sich in der Krise befinden, sie wissen, wo man Arbeit findet und Geld verdienen kann. Vor allem wissen Sie, wo sich die Zukunft mit der Familie am besten gestalten lässt. Mit einer Arbeitslosenrate von über 10% und 0% Wachstum ist Frankreich nicht unter den Favoriten, zumal die Integration sich schwierig gestaltet. Gemäß einer Studie der OECD, befinden sich 30% der immigrierten Personen in der Armutszone (weniger als 1.000 € Einkommen), gegenüber 13% der eingesessenen Franzosen. Die Immigranten, die sich in den letzten 5 Jahren in Frankreich niederließen, besitzen eine Arbeitsquote von weniger als 25% gegenüber den Einheimischen, wobei diese Quote in Europa lediglich 12% beträgt. Immigrierte Kinder haben sechs Mal weniger Chancen, einen erfolgreichen Schulabschluss zu erreichen, wobei es anderen europäischen Ländern nur 2-mal geringere Chancen gibt.

Zwischen 2004 und 2012 hat Frankreich jährlich 200.000 Immigranten aufgenommen. Dies entspricht  0,3% der Bevölkerung gegenüber 0,6% in anderen OECD Staaten.

Die Deutschen dagegen würden nur zu genau wissen, dass ein demografischer Niedergang und eine wirtschaftliche Bedrohung in Europa nicht von einer zu hohen, sondern von einer unzureichenden Immigration ausgehen.