Mönche werden zu Kapitalisten

Was die Herstellung von Sirups, Käse, Antifaltencremes und Pflanzenextrakten für Kosmetik angeht, sind die französischen Geistigen wirtschaftlich fleißig wie die Bienen. Mehr als 200 Klöster in Frankreich betätigen sich wirtschaftlich und produzieren konsumfreundliche und vermarktungsfähige Produkte. Dies ärgert die kommerzielle Konkurrenz in den Bereichen Wein, Spirituosen, vor allem aber in der Lebensmittel-, Kosmetik- und Textilindustrie. Die Gesamtproduktion soll nach fundierten Schätzungen 75 Mio € betragen. Mönche wollen Reichtum erwirtschaften, wie es das Evangelium vorgibt. Mitglieder des Klosters von Lérins am französischen Mittelmeer bringen viele zum Zähneknirschen: Seit 1988 betreiben sie einen maritimen Verkehr und Transport zwischen der 40 ha großen Insel Sainte-Honorat, welche sich in ihrem Besitz befindet, und dem Hafen von Cannes. Ihre drei Boote transportieren jährlich über 100.000 Besucher. Boutiquen und Restaurants mit Bootsausfahrt, getauft „sea, wine et sun“ verleiten zum Konsum von klösterlichen Weinen. Der daraus resultierende jährliche Umsatz beträgt 4 Mio €. Diese Einnahmen erlauben neben der Arbeit von 22 Mönchen, die dauerhafte Anstellung von weiteren 30 Personen sowie die Beschäftigung von 25 Saisonarbeiten.