Immobilien

Frankreich hat wieder erfolgreich einen Teil seines Immobilienvermögens verkaufen können. Im Jahr 2015 sind für den Verkauf von Schlössern, Kasernen, Palästen, etc.  insgesamt über 500 Mio. Euro in die Staatskassen geflossen.

Arbeitslosigkeit

Frankreich hat im dritten Trimester die höchste Arbeitslosenquote seit 1997 erreicht: 10,2 % der aktiven Bevölkerung befindet sich ohne Arbeit. Vor allem die Jugendlichen sind hiervon am meisten betroffen. Während sich bei den Frauen eine leichte Verbesserung eingestellt hat: 9,7% (- 0,1% zum Vorjahr) gegenüber insgesamt 10,8% für die Männer (+ 0,6% seit Vorjahr).

Pariser Attentate

Die Attentate in Paris und Saint-Denis vom 13.11. haben für die weihnachtlichen Verhaltensweisen der Konsumenten noch weitreichend verheerende Auswirkungen. Noch am Wochenende des 3. Advents sind die Umsätze im allgemeinen zwischen 30 und 50%  gesunken, in den großen Kaufhäusern wie „Le Printemps“ oder „Galeries Lafayettes“ um über 35 % gegenüber dem Vorjahr. Die Boutiquen der großen Avenues und Boulevards sind entfremdend leer. Paris ist nach New York die zweitgrößte Stadt der Welt für Luxusartikel. Darüber hinaus bleiben die ansonsten so kauflustigen Touristen wie Amerikaner, vor allem aber Chinesen der französischen Hauptstadt Paris fern.

Die Fluggesellschaften Air France und KLM haben seit den Attentaten über 50 Mio. Euro verloren. Stornierungen von Flügen, Abbuchungen und Umbuchungen im Cargo-Bereich  sind noch zusätzlich entstanden.

Insgesamt könnten laut Aussage der Justizministerin Christiane TAUBIRA die Entschädigungen für die Opfer der Attentate an die 300 Mio. Euro kosten.

Frankreichs Export von „foie gras“

Japan als erster und wichtigster Importeur will nicht mehr die französische „foie gras“, Gänseleberpastete, einführen. Dem französischen Geflügel, das von einer besonderen Grippekrankheit „H5N1“ betroffen ist, wurde die Einfuhr von insgesamt 8 Staaten verboten.

Französische Regionalwahlen

Mit dem Endergebnis der dieses Mal sehr bedeutenden Regionalwahlen haben die Franzosen mal wieder ihren hochkarätigen politischen Verstand bewiesen. Wurde im ersten Wahlgang die „FN – Front national – Rechtsextreme politische Partei“ mit 28 % erfolgreich gewählt, hauptsächlich um den Regierungsparteien bekannt zu geben, dass man mit ihrer Politik mehr als unzufrieden ist, wurde der FN im zweiten, entscheidenden Wahlgang die Mehrheit verwehrt. Keine Region konnte letztendlich erobert werden, obgleich man sehr aussichtsreich in 3 Regionen vorne lag. Das sehr demokratische Verhalten ohne politische Hintergedanken der Sozialistischen Partei um François Hollande hat den Republikanern um Nicolas Sarkozy geholfen, die regionalen Mehrheiten zu erlangen. Trotzdem, die FN hat auch im zweiten Wahlgang nochmals 800.000 Wähler zusätzlich gewonnen (auf insgesamt 6,8 Mio.) und ihre regionalen Parlamentssitze mit 358 Versandten mehr als verdreifacht (2010 : 118). Die FN darf deshalb trotz allem als der Wahlsieger gesehen werden, mit wesentlich höherer Oppositionskraft und –macht als allgemein politisch gewünscht.

Islamischer Staat

Kleiner, aber sehr feiner politischer und kultureller Unterschied: Frankreich erklärt der IS, dem Islamischen Staat, der keiner ist, den Krieg und bombardiert deren strategische Stellungen ohne Soldaten-Entsendung. Deutschland erklärt sich als Freund von Frankreich und entscheidet, 1.200 Soldaten in das syrische Krisengebiet zu entsenden. Bis man dann nachdenkt und wiederum entscheidet, keine Soldaten in ein Kriegsgebiet zu delegieren. Die deutsche politische Voreingenommenheit geht soweit zu beurteilen und glaubhaft zu machen, dass der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ deutschen Waffenschutz benötige, als ob sie darum gebeten worden wäre. Es gibt wohl nicht viele Völker auf dieser Erde, die sich politisch wie militärisch so profilieren wollen.

Die französischen Kampfflugzeuge führen ihre Mission „Chammal“ der Bombardierungen gegen den „Islamischen Staat IS“ vor allem im Irak und Syrien durch. Insgesamt haben die „Rafale“ und „Mirage 2000“ – Flugzeuge bis zum 23.11. über 680 Bomben geworfen. Zum 03.12. gab es 2.500 Militärflüge, 321 bombardierte Ziele und 580 zerstörte IS-Basen. Jetzt ist den Franzosen die Munition ausgegangen und sie haben sich im Eilverfahren bei den Amerikanern eingekauft, gesteuerte Bomben des Typs GBU.

Motivation am Arbeitsplatz

Die Franzosen sind in Europa die am wenigsten motivierten Arbeitnehmer (38%) und diejenigen, die am meisten Respekt (43%) und Anerkennung (52%) vermissen. Wesentlich höhere Motivationskriterien könnten erreicht werden, wenn man die Lohn- & Gehaltsempfänger besser in die Entscheidungsprozesse einbinden und gemeinsam im Team zusammenarbeiten würde. Eine höhere Motivation ermöglicht eine effizientere, vertrauensvollere Zusammenarbeit und Unternehmenszugehörigkeit. Der Manager sollte orientieren, die Entscheidungsgeschwindigkeit festlegen und entscheiden. Das Team dagegen sollte sich mit der Thematik befassen, darüber debattieren und Vorschläge machen. Eine Entscheidungsfindung reicht nicht, sie muss umgesetzt und angewandt werden. Dabei gilt es, die Entscheidungen von allen Beteiligten zu beachten. Verständigung ergibt Kooperation und Koordination ergibt Effizienz.

Weihnachtseinkauf in Frankreich

Das Weihnachtsbudget der Franzosen ist erstmalig seit 2011 wieder im Aufwind. Gemäß der Studie TNS SOFRES für eBay werden die Franzosen für Weihnachten 2015 20 Euro mehr ausgeben als für 2014. Die Ausgaben belaufen sich auf insgesamt 254 Euro für Kinder und Lebenspartner.

Hochschulbildung

Nach Einschätzung von Times Higher Education verliert Frankreich zunehmend im Ranking der weltweit führenden Universitäten. Jedoch auch die Amerikaner erleiden laut der neuen Edition 2015/2016 der weltweit besten Universitäten einen Rückschlag, während die Europäer aufholen. Die USA platzieren 63 Universitäten unter 200. Das sind 11 weniger als im Vorjahr. England folgt mit 34, Deutschland mit 20, die Niederlande mit 12. Frankreich dagegen liegt abgeschlagen mit 5 Nominierungen, darunter unter anderem ENS in Paris, University Pierre-et-Marie-Curie und University de Paris-Sud. Zum ersten Mal in zehn Jahren hat sich ein europäisches Institut unter die zehn besten Universitäten einreihen können: die ETHZ, Ecole Polytechnikum von Zürich.

Begrenzte Arbeitsverträge in Frankreich

Zeitlich begrenzte Arbeitsverträge dürfen im Normalfall die wöchentliche Arbeitszeit von 24 Stunden nicht überschreiten. Das Arbeitsverhältnis muss schriftlich in einem Vertrag zwischen den Sozialpartnern fixiert werden. Vereinbarungen über gleitende Arbeitszeiten sind machbar wie auch die Möglichkeit, Überstunden zu leisten. Diese dürfen jedoch die Gesamtarbeitszeit von max. 35 Stunden/Woche nicht erreichen und in der Regel 1/10 der vereinbarten Arbeitszeit nicht überschreiten. Überstunden werden mit zusätzlichen 10% ab der ersten Stunde und mit 25% ab der dritten Arbeitsstunde vergütet.